Kindersitz Kaufberatung & Ratgeber: Systeme, Gewichtsklassen, Test

Kindersitz Kaufberatung & Ratgeber: Systeme, Gewichtsklassen, Test

Viele Fragen ergeben sich beim Kauf der Kindersitzsysteme, der Gewichtsklassen und der Kindersitzklassen. Der Kindersitz-Ratgeber ist dabei die Kaufberatung für alle die auf Sicherheit setzen.

Gesetzliche Vorgabe beim Kindersitzkauf

Bis zu der Körpergröße von 150 cm, bzw. bis zum 12. Lebensjahr, ist die Sicherung der Kinder gesetzlich vorgeschrieben. Aber die Praxis ist nicht immer so einfach und wirft einige Fragen auf. Der folgende Kindersitz-Ratgeber soll dabei helfen die richtige Wahl zu treffen.

Die unterschiedlichen Kindersitzsysteme und die Vor- und Nachteile

Die unterschiedlichen Kindersitzklassen richten sich nach dem Gewicht des Kindes und nicht nach der Körpergröße. Diese bezeichnet man als 0, 0+, I, II, III und sind nach der Norm ECE-R44 definiert. Alternativ gibt es seit 2014 die neue Norm ECE- R129, i-Size, bei der die Körpergrößen angegeben werden.

Die unterschiedlichen Kindersitzklassen und der Kindersitz-Ratgeber

Kindersitz Übersicht

Die Babyklasse

Diese Klasse wird auch als Babyschale bezeichnet und gilt für die Gewichtsklassen bis 13 kg. Kleinkinder sind in diesen Systemen besonders sicher untergebracht und sie werden immer entgegen zur Fahrtrichtung eingebaut. Durch die besondere Sicherheitheit sollte diese erst gewechselt werden, wenn das Kind mit der Kopfoberkante nicht mehr in der Schale liegen kann.

Die Kindersitz Klasse 1

Die Kindersitz Klasse 1 ist für Kinder bis ca. 4 Jahre und die Gewichtsklassen von 9 bis 18 kg geeignet. Dieses System wird mit Hosenträgergurten oder Fankörpersystemen angeboten. Hier ist das Kind zusätzlich durch ein Tischchen gesichert. Der Vorteil dieses Systems der Kindersitz Klasse 1 ist, dass die Belastung bei einem Unfall auf den Körper des Kindes niedriger ist. Die Hosenträgersystem der Kindersitz Klasse 1 bieten allerdings eine bessere Schlafposition und sie schwitzen nicht so stark. Der Einbau ist zwar etwas aufwendiger, allerdings ist die Belastung bei einem Frontalaufprall durch die gleichmäßige Abstützung niedriger. Zu beachten ist allerdings, dass die Gurte immer eng am Körper angebracht werden müssen und der Sitz möglichst fest am Fahrzeug fixiert ist.

Die Kindersitz Klasse 2

Die Kindersitz Klasse 2 ist für Gewichtsklassen von 15-25 kg oder ca. 3 ½ bis 7 Jahre geeignet. Hier, wie auch in der Kindersitz Klasse 3 gibt es Sitzerhöhungen mit Schlaf- und Rückenstützen. Die Kindersitzklasse 2 wird fast immer mit einem Dreipunkt-Sicherheitsgurt angeboten. Bei der Kindersitz Klasse 2 sollte der Gurt immer mittig über der Schulter liegen. Das verhindert, dass das Kind beim Schlafen nicht aus dem Gurt fallen kann. Sollte das Kind sich bewegen, so muss dieser Gurt immer von der Gurt-Aufrollautomatik nachgezogen werden.

Die Kindersitz Klasse 2, wie auch die Kindersitz Klasse 3 ist sinnvoll für Kinder ab 4 Jahren, da ab hier die Schultern stabiler ausgeprägt sind. Bei den Sitzerhöhungen ist es wichtig, dass bei einem Unfall der Beckengurt nicht in die Nähe des Bauchbereichs rutschen kann. Aus diesm Grund sollte der Beckengurt auch durch große Gurthaken geführt werden. Das zählt auch für die Kindersitz Klasse 3

Die Kindersitz Klasse 3

Die Kindersitzklasse 3 ähnelt den Eigenschaften der Kindersitzklasse 2. Die Kindersitz Klasse 3 ist jedoch für Kinder von 6-12 Jahren, bzw. der Gewichtsklassen von 22-36 kg ausgelegt.

Kindersitzsysteme und die neue Norm ECE-R129, i-Size

Eine erweiterte ECE-Zulassung gibt es seit 2013, die in ihrer ersten Phase nur die Isofix-Kindersitze bis zu den Gewichtsklassen von 18 kg abdeckt. Hier werden die Kinder nur rückwärtsgerichtet gesichert. Diese Kindersitzsysteme dürfen in Fahrzeugen mit der Kennzeichnung „i-size“ genutzt werden.

Können Kinderwagenaufsätze als Kindersicherungssystem genutzt werden?

Bei Früh- und Neugeborenen ist die Stabilität der Wirbelsäule noch nicht richtig ausgebildet. Dies ist auch der Grund, warum sie in den ersten 3 Monaten besser liegen sollten sagt der Kindersitz-Ratgeber. Aus diesem Grund bieten verschiedene Hersteller der Kindersitzsysteme Schalen an, die quer befestigt sind und in denen das Baby liegen kann. Allerdings müssen auch diese das ECE-Siegel vorweisen können. Zu empfehlen sind diese aber in den ersten drei Monaten nur, wenn längere Autoreisen anstehen. Gute Bewertung beim Kindersitz-Ratgeber erhielt der Römer Baby Safe Sleeper. Bei Frühgeborenen sollten man allerdings den Rat seines Arztes befolgen.

Kindersitz Übersicht

Kindersitzsysteme die nach hinten gerichtet sind besser?

Reboard Kindersitzsysteme sind meist Babyschalen. Diese bieten besonders bei Frontalunfällen den Vorteil, dass die Belastung über den ganzen Rücken des Babys übertragen wird. Ein Problem für Kinder über 13 kg gibt es allerdings beim Einbau, da zum Teil der Platz im Fahrzeug auch nicht ausreicht. Besonders zu beachten ist, dass wenn die Kindersitzsysteme auf dem Beifahrersitz befestigt werden, immer der Airbag ausgeschaltet sein muss. Vor dem Kindersitzkauf sollte also getestet werden, ob dieser im eigenen Fahrzeug auch richtig angebracht werden kann.

Test - Diese Kindersitzsysteme für einen rückwärtsgerichteten Einbau wurden vom ADAC getestet

Note "gut" erhielten die Kinderssysteme:

  • Römer Max-Fix 2, Maxi-Cosi 2way Pearl, Cybex Sirona, 2way Fix, Maxi Cosi Milofix,Isofix Base, Takata Midi, Wavofix XL, HTS BeSafe iZi Kid X1 Isofix.

Die Note "befriedigend":

  • Klippan Triofix+ Isofix Base, Akta Graco Duologic,Concord Ultimax, Recaro Polaric, HTS Besafe iZi Combi X3 Isofix, Bebe Confort Opal.

Die Kaufberatung erteilte den folgenden Sitzen die Note "ausreichend"

  • Britax Max-Way, Chicco Eletta und HTS BeSafe 121 Kid.

Die Kaufberatung zum Kindersitzkauf

Die Testurteile der Kaufberatung sind beim Kindersitzkauf immer ein guter Anhaltspunkt. Zwar erfüllen die Kindersitzsysteme der billigen Klasse meist die gesetzlichen Vorschriften, weisen bei den höheren Anforderungen der ADAC-Tests aber oft Mängel auf. Wer auf den Preis achtet, sollte sich vor dem Kindersitzkauf nach Auslaufmodellen und deren ältere Testergebnisse einmal anschauen. Es sollte allerdings immer eine Einbautest im eigenen Fahrzeug vorgenommen werden. Besonders bei älteren Fahrzeugen können eine ungünstige Gurthöhe oder durch lange Gurt- Schlossbefestigungen Probleme auftreten. Die Kindersitze aller Klassen, also der Kindersitz Klasse 1, der Kindersitzklasse 2 und der Kindersitzklasse 3 müssen immer standsicher und stramm eingebaut werden können. Bei den Kindersitzklassen Babyschale muss vor dem Kindersitzkauf getestet werden, ob die Gurtlänge ausreicht.

Eine gute Kaufberatung in einem Fachgeschäft ist immer von Vorteil. Unter allen Umständen sollten die Kindersitzsysteme nach der ECE R 44/04, die seit Juli 2005 gilt, zugelassen sein. Diese erkennt man an dem angebrachten Prüfsiegel. Beginnt die Prüfnummer mit der 04, entspricht sie der neuen Prüfnorm. Ist man im Besitz eines Kindersitzes mit der Prüfnummer 03, dürfen diese aber weiter verwendet werden. Diese sollen nur vom Handel seit 2009 nicht mehr vertrieben werden. Ein Verkaufsverbot gibt es allerdings nicht in Deutschland. Die seit 2014 eingeführte alternative Norm ist für rückwärtsgerichtete Systeme für Kinder bis 18 kg.

Kaufberatung anderer Institutionen mit anderen Tests

Leider gibt es keine einheitlichen Tests von Zeitschriften oder Verbraucherorganisationen, auch wenn diese meist höhere Anforderungen stellen. Die Praxistests dir durchgeführt werden beziehen sich auf die handhabung der Systeme, beinhalten aber meist keine Crashtestprüfungen. Selbst wenn diese vorgenommen werden, führen unterschiedliche Geschwindigkeiten, Crashkonfigurationen oder Sitzposition zu Ergebnisunterschieden.

Ein Testurteil stellt zwar eine Kaufhilfe dar, entbindet einen aber nicht von der persönlichen Einbauprobe. Nur so kann wirklich gewährleistet werden, dass der Sitz der Kindersitzsysteme auch richtig ist.

Wann sollte man einen größeren Kindersitz kaufen?

Hierzu sind die Angaben auf den Kindersitzen einzuhalten. Beachtet werden sollte aber auch, dass der Kopf des Kindes durch die Schale geschützt ist. Dies ist besonders bei Babyschalen zu beachten, da Kleinkinder nicht zu früh in einen vorwärts gerichteten Kindersitz sitzen sollten. Auch wenn sie sich mit den Beinen schon an der Sitzlehne abstützen, wirkt sich das nicht negativ auf die Sicherheit aus. Und auch in die nächst höhere Größe bei älteren Kindern sollte möglichst spät gewechselt werden. Der Hinterkopf sollte immer von der Schale gestützt werden.

Gurtadapter beim Kindersitz-Ratgeber

Durch die Gurtadapter wird der Fahrzeug- Dreipunktgurt so geführt, dass Kinder ab ca. 3 Jahren auch ohne Sitzerhöhung transportiert werden können. Diese Systeme entsprechen nicht mehr den aktuellen Prüfungsnormen und dürfen seit 2008 auch nicht mehr genutzt werden. Sitzerhöhungen mit Schulterführung oder Rückenstütze sin vorzuziehen und deutlich sicherer.

Gebrauchte Kindersitzsysteme kaufen?

Ist eine Bedienungsanleitung vorhanden und der Sitz weist keine Beschädigung auf, kann dieser problemlos gekauft und verwendet werden. Wenn der Bezug abgenommen wird, dürfen am Sitzkörper keine Verformungen oder Risse zu finden sein. Dies gilt auch für die Gurte. diese sind auch auf Ausfaserungen zu überprüfen. Auch die Gurtpolster sollten ebenfalls noch vorhanden sein. Testen sollte man vor dem Kauf zum Beispiel einer Kindersitz Klasse 1, ob das Gurtschloss auch noch richtig schließt und keine Absplitterungen zu erkennen sind. Auch zu beachten ist, ob der Kindersitz die aktuelle Prüfnorm erfüllt. In allen Gewichtsklassen ist bei dem gebrauchten Kauf zu empfehlen, diesen aus dem Bekanntenkreis vorzunehmen. Hier kann man die Nutzung besser hinterfragen.

Fahrzeuge für die bestimmte Kindersitzsysteme vorgeschrieben sind

Es gibt Fahrzeuge, bei denen der Beifahrerairbag mittels speziellen Transpondersystems abgeschaltet wird. Die hier zu verwendenden Kindersitze müssen auch eine solche Kennung vorweisen. Meist sind dies Kindersitzsysteme, die der Fahrzeughersteller anbietet. Leider sind diese Systeme nicht kompatibel. Kann der Beifahrerairbag mittels Schlüsselschalter abgeschaltet werden, können aber alle Kindersitze auf diesem Platz verwendet werden. Meist wird darauf in dem Punkt Kindersicherung oder Kindersitze der Fahrzeugbedienungsanleitung aufgeführt.

Was sagt der Gesetzgeber. Wann dürfen Kinder ohne Sitz gesichert werden?

Kinder mit einer Körpergröße von bis zu 150 cm müssen im geeigneten Kindersitz gesichert werden. Dies ist notwendig, damit der Dreipunkt-Sicherheitsgurt immer am Körper eines Kindes so verläuft wie auch bei einem Erwachsenen. Zu beachten ist, dass bei Sitzerhöhungen immer ausgeprägte Gurthaken vorhanden sind. Ohne diese könnte der Gurt schwere Bauchverletzungen verursachen. Allerdings sind Sitzerhöher mit Rückenstützen immer vorzuziehen, da sie durch die bessere Gurtführung auch bei größeren Kindern sicherer sind. Ob der Sitz nur mit Rückenstütze genutzt werden dar ist in der Anleitung des Sitzes beschrieben. Auch wenn ein Kind noch keine 12 Jahre alt ist, aber schon die vorgeschriebene Größe von 150 cm überschritten hat, braucht es keinen Kindersitz mehr, wenn der Dreipunktgurt richtig sitzt.

Was wenn der vorhandene Sicherheitsgurt zu kurz ist?

Für Neufahrzeuge ist eine Gurtmindestlänge erst seit 2001 vorgeschrieben. Besonders bei Babyschalen kann es daher passieren, dass die Länge des vorhandenen Gurtes nicht ausreicht. Mit Genehmigung de Fahrzeughersteller darf dieser dann verlängert werden. Sollte diese nicht im Ersatzteilprogramm des Herstellers erhältlich sein, sollte ein Grundgestell verwendet werden. Diese benötigt wenig Gurtlänge und wird zum Beispiel von Autofix plus, Bebe Confort oder Graco Logic angeboten. Manchmal genügt es aber auch, wenn das Gurtschloss noch nicht geschlossen wird, nachdem der Beckengurt durch die Führung gelegt wird. Durch ein Kippen der Schale kann der Gurt dann um die Schale geführt werden. Danach erst das Schloss schließen und die Schale in die korrekte Position bringen. Im nächsten Schritt den Gurt straff ziehen.

Kindersitz Übersicht

Integrierte Kindersitze im Fahrzeug - Vor- und Nachteile

Es gibt Hersteller, die gegen Aufpreis einen integrierten Kindersitz anbieten. Diese bieten zwar den Vorteil, dass wenig Bedienungsfehler beim Sichern passieren können, allerdings können sie meist bei einem Fahrzeugwechsel nicht umgebaut werden. Die Verbreitung ist relativ niedrig, da sie meist teurer sind als universelle Kindersitzsysteme der Kindersitz Klasse 1, der Kindersitzklasse 2 und der Kindersitzklasse 3. Eine Babyschale muss zudem auch zusätzlich gekauft werden. Der ADAC Test besagt, dass sie zudem keinen Sicherheitsvorteil bieten. Teilweise ist die Schlafposition und die Gurtführung auch schlechter. Der Vorteil dieser Systeme ist allerdings, dass sie auch bei der spontanen Mitnahem eines Kindes immer vorhanden sind.

"ISOFIX"-Kindersitze für alle Fahrzeuge?

Die genormte Bezeichnung "Isofix" schafft eine feste Verbindung zwischen Sitz und Fahrzeug und erleichtert den sicheren Einbau. Die meisten neuen Fahrzeuge kommen mit dieser Vorrichtung in den Handel und befinden sich auf dem Rücksitz oder/und auf dem Beifahrersitz. Häufig besitzen die ISOFIX-Kindersitze noch keine allgemeingültige Zulassung. Das bedeutet, diese Sitze dürfen nur in Fahrzeugen verwendet werden, die in der Bedienungsanleitung aufgeführt sind. Die Freigaben werden aber seitens der Hersteller immer erweitert und sind im Internet zu finden. Die ISOFIX-Sitze dürfen aber mit der normalen Gurtbefestigung immer verwendet werden.

Eine universelle Zulassung der ISOFIX-Kindersitze ist seit 2004 möglich. Der Top Tether ist ein dritter Befestigungspunkt, der an einem neuen Verankerungspunkt angebracht wird und damit verhindert, dass der Kindersitz nicht zu weit in die vordere Position gedreht werden kann. Nicht alle Fahrzeuge verfügen aber schon über diesen dritten Punkt. Dies ist auch dr Grund, warum es bisher wenige Kindersitze mit Universal-Zulassung gibt. Angeboten werden sie zurzeit von Römer, Bebe oder Chicco. Möchte man seinen Sitz nachrüsten, ist dies im Moment nur bei dem Modell Römer Duo Plus ISOFIX möglich und kostet circa 15 Euro.

Zu beachten ist allerdings, dass ISOFIX-Kindersitze, die über eine Universalzulassung verfügen auch nur ist Fahrzeuge eingesetzt werden dürfen, die diesen dritten Verankerungspunkt auch aufweisen. Ein Nachrüsten ist hier nicht möglich.

Fahrzeuge die unter dem Sitz ber Stauraum verfügen, wie beispielsweise der Ford S-Max, der VW Caddy, der VW Touraoder der Citroen Berlingo, müssen mittels Fahrzeugfreigabeliste geprüft werden, ob Kindersitzsysteme mit Stützfuß verwendet werden können. Bei Ford und VW wird ein spezieller Füllkörper angeboten, der die Stabilität erhöht.

Welche Fahrzeuge eignen sich für Familien

Müssen mehrere Kinder im Fahrzeug gesichert werden, kann es schnell zu Platz- und Befestigungsproblemen kommen. Meist reichen die Platzverhältnisse der Rückbank nicht fpr drei Kindersitze aus. Sind also mehr Kinder vorhanden, sind Großraumlimosinen oder Vans zu bevorzugen. Eine Fahrzeugbeurteilung findet man auf den Internetseiten des ADAC unter www.ADAC.de.

Die neue Zulassung nach ECE-R129 - „i-Size“

Die derzeitige Vorschrift für Kindersitze wird vom Gesetzgeber überarbeitet. Verabschiedet wurde die erste Phase bereits 2013 und beinhaltet folgende Neuerungen:

Um die Zulassung zu erhalten müssen sie einen Seitenaufpralltest bestehen. Damit wird nun endlich die langjährige Forderung des ADAC umgesetzt. Nun muss die Art des Kindersitzes nicht mehr am Gewicht, sondern an der Größe festgelegt werden. Hier kann der Hersteller allerdings festlegen für welche Körpergrößen der Sitz geeignet ist und wo er eingestuft werden soll. Kinder bis 15 Monate müssen entgegen der Fahrtrichtung gefahren werden. Eine universelle Zulassung können Isofix-Kindersitze mit Stützfuß erhalten, wenn die Fahrzeuge in denen der Sitz verwendet werden soll „i-size-tauglich“ ist. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es allerdings noch wenig Fahrzeuge, die solch eine Kennzeichnung vorweisen können. Vorhandene Kindersitz dürfen aber weiterverwendet werden. Für sie ändert die neue Verordnung nichts. Ein Verbot von diesen Kindersitzen ist auch nicht geplant.

Benötigen Eltern einen neuen Kindersitz, darf dieser auch noch die ECE-R 44 Zulassung haben. Die Befürchtung, dass diese bald nicht mehr benutzt werden dürfen, ist nicht angebracht. Kommen nun die ersten i-Size Produkte auf den Markt, muss man sich vorab gut informieren, ob diese in dem vorhandenen Fahrzeug verwendet werden dürfen. Entweder ist dem Sitz eine Freigabe beigefügt oder das Auto hat die Kennzeichnung i-Size.

Könne mangelhaft bewertete Sitze noch verwendet werden?

Der Verbaucherschutztest vom ADAC liegt weit über den gesetzlichen Bestimmungen. Beispielsweise wird vom ADAC zu dem erforderlichen Frontcrash auch sein Seitencrashtest durchgeführt. Auch wird hier der Schadstoffgehalt im Bezug getestet. Und auch mögliche Fehlbedienungen bei der Anbringung werden hier deutlich strenger bewertet. Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass wenn ein Sitz mit mangelhaft bewertet wurde, die Hersteller diese Punkte sehr schnell ändern. Die Verwendung solcher Kindersitzsysteme ist weiterhin erlaubt und die Zulassung gültig. Hat man nun schon ein mangelhaft bewertetes Produkt gekauft, ist zu empfehlen sich mit dem Hersteller in Verbindung zu setzen und Änderungen zu klären.

Kindersitzsysteme aus dem Internet oder vom Discounter unterschiedlicher Gewichtsklassen

Immer wieder werden vom ADAC auch Kindersitze der unteren Preisklasse getestet. Die sogenannten Billig-Kindersitze erhalten oft ein mangelhaft, da sie Mängel bei der Schadstoffprüfung oder in der Sicherheit aufweisen. Die reinen Sitzerhöhungen, die über keine Kopf- und Rückenabstützung verfügen, können keine gute Schultergurtführung vorweisen. Weiterhin bieten sie keinerlei Schutz bei einem Seitenaufprall. Hier sollte man besondere Vorsicht walten lassen.

Kindersitz Test - Video

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