Sonntag, 12.10.14 Gabrielides, Michael

Test : VW Passat und Variant – auf dem Weg nach oben

Der neue Volkswagen Passat ist auf dem Weg zur Oberen Mittelklasse.

Mit bis heute über 22 Millionen verkauften Exemplaren ist der Passat für Volkswagen eines der wichtigsten Fahrzeug.

Sein Siegeszug begann 1973, also vor 41 Jahren und Limousine und Kombi wird inzwischen in über 100 Länder abgesetzt. Nun steht die achte Generation am Start. Mit einem völlig neuen Blechkleid, neuen, um bis zu 20 Prozent sparsameren Motoren, mit noch mehr Platz im Innenraum und einer Fülle von innovativen Assistenz- und Infotainment-Systemen. Und das ab 30.250 (Passat) bzw. 31.325 (Passat Variant) Euro.

Das Design des neuen Passat verbindet Klarheit mit einem hohen Maß an Kraft. Es ist nicht modisch, sondern zeitgemäß und mit seiner sowohl dynamischen als auch eleganten Form hebt er sich von seinem Vorgänger wohltuend ab. Der neue Passat entstand auf der Basis des modularen Querbaukastens - dank dieser Plattform konnten die Proportionen deutlich dynamischer ausgelegt (u.a. niedrigere Karosserie, längerer Radstand, größere Räder) und gleichzeitig das Package verbessert werden.

Noch mehr Platz im Innenraum

Der trotz kompakterer Abmessungen größer gewordene Innenraum entspricht dem expressiven Exterieur. Aufgrund zahlreicher neuer Designlösungen wie einem prägnanten Horizontalband mit durchgehenden Luftausströmern und Technologien wie einem Active Info Display (interaktiv digitale Instrumente), einem Head-up-Display oder einer als extrem flachen Streifen ausgeführten Ambiente-Beleuchtung ist das Interieur avantgardistischer und exclusiver als je zuvor. Ohne aber die Funktionalität zu vergessen. Das Cockpit ist übersichtlich, die Schalter und Knöpfe sind ergonomisch ohne Fehl und Tadel platziert und die Sitze sind langstreckentauglich. Platz gibt es vorne und hinten satt und das Kofferraumvolumen beträgt nun 586 bzw. 650 Liter (Variant).

Neue Assistenz-, Infotainment- und Komfortsysteme machen die individuelle Mobilität im Passat nachhaltiger, vernetzter, kommunikativer, fahraktiver und nochmals sicherer. Er avanciert dabei zu einem Allrounder, dessen Technologien die Segmentgrenzen auflösen. Zu diesen Technologien gehören - neben dem Active Info Display und Head-up-Display - Systeme wie ein App-basiertes Rear Seat Entertainment für Tablet-Computer, der Front Assist plus City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung sowie drei Weltneuheiten: der Emergency Assist (Fahrzeugstopp im Notfall), der Trailer Assist (assistiertes Rangieren mit Anhänger) und der Stauassistent.

Zehn direkteinspritzende Turbomotoren
Der Passat wird mit zehn direkteinspritzenden Turbomotoren (Benziner / TSI und Diesel / TDI) und einem Leistungsspektrum von 88 kW/120 PS bis 206 kW/280 PS angeboten. Alle Antriebssysteme sind neu an Bord und der Verbrauch konnte um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Alle Versionen sind mit einem Start-Stopp-System plus Rekuperations-Modus ausgestattet. Für jede Motorvariante steht optional und im Fall der Topmotorisierungen gar serienmäßig ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zur Verfügung.

Erstmals wird es für die Baureihe auch einen Plug-In-Hybridantrieb geben (115-kW-TSI plus 85-kW-E-Maschine und extern aufladbarer Batterie): den Passat GTE. Mit einer Systemleistung von 160 kW/218 PS ist er der bislang stärkste Plug-In-Hybrid von Volkswagen. Über eine Reichweite von bis zu 50 km kann dieser Passat als Zero-Emission-Vehicle rein elektrisch gefahren werden.

Top-Diesel mit 240 PS
Bei ersten Testfahrten stand der stärkste jemals von Volkswagen angebotene Vierzylinder-Turbodieseldirekteinspritzer (TDI) im Vordergrund: ein neuer 2,0-Liter-Bi-Turbomotor mit 176 kW/240 PS, der lediglich 5,3 l/100 km verbraucht (analog 139 g/km CO2). Mit diesem Motor erreicht die Limousine eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h; im Fall des Variant, der in Deutschland einen Marktanteil von über 85 Prozent hat, sind es 238 km/h. Aufgrund des hohen maximalen Drehmoments von 500 Nm wird der 240-PS-Passat serienmäßig mit 4MOTION-Allradantrieb und einem neuen 7-Gang-DSG ausgestattet.

Das bereitet natürlich absoluten Fahrspaß, zumal auch das nochmals verfeinerte Fahrwerk bestens mitspielt. Doch seien wir ehrlich und ein wenig vernünftig - der zum Marktstart ebenfalls erhältliche 2.0 TDI mit 110 kW/150 PS erledigt seine Aufgaben ebenso zuverlässig, ist keinesfalls untermotorisiert und dürfte auch die größte Nachfrage haben.

Wie beim Vorgänger gibt es den Passat in den drei Ausstattungsversionen Trendline, Comfortline und Highline. Bereits der Passat Trendline ist umfangreich ausgestattet: 16-Zoll-Räder mit 215er Reifen und LED-Rückleuchten kennzeichnen das Exterieur. Im Interieur gehören Features wie die vordere Mittelarmlehne mit Ablagefach und die Höheneinstellung für die Vordersitze zur Ausstattung. Funktionsseitig dabei: Keyless-Go (Taste zum Starten und Stoppen des Motors), Müdigkeitserkennung, Multikollisionsbremse, Reifenkontrollanzeige, das Radiosystem „Composition Colour" mit 5-Zoll-Touchscreen, die Multifunktionsanzeige „Plus", Tagfahrlicht, Berganfahrassistent, Auto-Hold-Funktion, Freilauf (bei DSG) und Klimaanlage.

Der noch exclusiver ausgestattete Passat Comfortline hat darüber hinaus serienmäßige Details wie den Front Assist inclusive City-Notbremsfunktion an Bord. Im Fall der Topversion - dem Passat Highline - sind neben klassischen Dingen wie einer Leder-Alcantara-Ausstattung selbst die LED-Scheinwerfer schon im Ausstattungsumfang enthalten. Auch wenn zahlreiche technische Schmankerl nur optional erhältlich sind, ist der Passat damit zweifelsohne auf dem Weg zur Oberen Mittelklasse. Und dafür dann wieder ganz schön preiswert.

  • Michael Gabrielides

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